Wie KI und Mensch im Team zusammenarbeiten

Futuristic Robot Arm Touches Human Hand in Humanity and Artifici
Bild: ©Gorodenkoff/AdobeStock.com

KI (Künstliche Intelligenz) wird zukünftig breite Anwendung in der industriellen Produktion finden. Wie genau sich die Arbeit verändert, ist derzeit noch weitestgehend unklar. Die Expertise befasst sich mit den Auswirkungen auf verschiedene Jobprofile und zeigt, wie Wirtschaft, Politik und Wissenschaft den technologischen Wandel aktiv gestalten können. Im Rahmen der Expertise wurden mit 35 Fachleuten aus der Industrie Interviews und Workshops durchgeführt.

„KI ist weit mehr als die großen Sprachmodelle, von denen seit ChatGPT so viel die Rede ist“, erklärt Angelika Bullinger-Hoffmann (Technische Universität Chemnitz), Mitglied im Forschungsbeirat Industrie 4.0. „Gerade in der Produktion liegt das Potenzial darin, wenn Mensch und KI in der Maschine zusammenkommen. Diese hybriden Teams sind die Zukunft der Produktionsarbeit. Die Expertise zeigt, dass es auf die menschzentrierte Gestaltung hybrider Teams ankommt.“

Jobprofile im Wandel

Vier Jobprofile (Fachkraft für Lagerlogistik, SPS-Programmiererin, Produktionsplanerin, Hilfskraft in der Montage) sollen die Veränderungen sowohl körperlicher als auch kognitiver Arbeiten im industriellen Umfeld aufzeigen. Die Expertise soll Impulse geben, wie Unternehmen diesen Wandel aktiv und positiv gestalten können. Eine Hilfskraft in der Montage profitiert beispielsweise von physischer Entlastung und Unterstützung bei der Einarbeitung in neue Aufgaben, könnte sich durch KI aber auch bevormundet fühlen und persönlichen Austausch vermissen. Durch eine aktive Mitgestaltung und adaptive Nutzungsmöglichkeiten von KI-Systemen könnten Unternehmen dem entgegenwirken, schreiben die Autorinnen und Autoren der Exoertsie.

Gute Arbeit mit KI gestalten

Im Zuge der KI-Einführung bestehe das Risiko einer Polarisierung von Tätigkeit, bei der die mittleren Qualifikationsniveaus wegfallen. Deswegen sollten Jobprofile durch gezielte Maßnahmen positiv weiterentwickelt werden. „KI allein macht unsere Arbeitsbedingungen nicht besser oder schlechter. Entscheidend ist, wie wir den Einsatz der KI gestalten und Tätigkeiten in Organisationen strukturieren. Hier sollten wir Prinzipien wie Mitgestaltung und Persönlichkeitsförderung nach vorne stellen sowie Mensch und KI als Team sehen – um gemeinsam immer besser zu werden“, betont Prof. Roman Dumitrescu, Direktor am Fraunhofer IEM und Leiter der Expertise.

Die Expertise soll konkrete Ansätze aufzeigen, wie Unternehmen, aber auch Politik und Wissenschaft den Einsatz von KI in der industriellen Arbeit aktiv gestalten können. Hervorzuheben sei die soziotechnische Perspektive, die Mensch, Organisation und Technik gleichermaßen im Blick hat. Beispielsweise gilt es, Akzeptanz zu schaffen, Kompetenzen aufzubauen, Daten in geeigneter Qualität bereitzustellen und zunehmend interdisziplinär zusammenzuarbeiten. Voraussetzung dafür sei ein strategischer Umgang mit KI-Technologien: Um KI effektiv zu nutzen und die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, sollte KI integraler Bestandteil der Unternehmens- und Digitalisierungsstrategie sein, schreiben die Autoren.